Europäische Kohäsionspolitik
EU-Fonds investieren in Südtirols Regionalentwicklung.
Die Kohäsionspolitik der EU gleicht wirtschaftliche und soziale Unterschiede in den europäischen Regionen durch gezielte Investitionen aus. Dadurch wird der Zusammenhalt innerhalb der EU gestärkt und der Wohlstand in allen Teilen Europas angeglichen.
Unsere Prioritäten für die Jahre 2021-2027
Investitionsschwerpunkte der EU gelten jeweils für einen Zeitraum von sieben Jahren. Für die Jahre 2021-2027 gilt es, in den europäischen Regionen Investitionen zu tätigen, die folgende Prioritäten betreffen:
- ein wettbewerbsfähigeres und intelligenteres Europa;
- ein grünerer, CO2-armer Übergang zu einer CO2-neutralen Wirtschaft und einem widerstandsfähigen Europa;
- ein stärker vernetztes Europa durch Verbesserung der Mobilität;
- ein sozialeres und inklusiveres Europa;
- ein bürgernäheres Europa durch Förderung einer nachhaltigen und integrierten Entwicklung.
Partnerschaftsvereinbarung
Zur Umsetzung der Investitionsprioritäten führt jeder EU-Mitgliedstaat eine Kontextanalyse durch, die die Interventionsthemen sowie die Maßnahmen und Instrumente enthält, die in den verschiedenen Prioritäten finanziert werden sollen. Jeder Mitgliedstaat schließt eine Partnerschaftsvereinbarung mit der Europäischen Kommission ab.
Die italienische Partnerschaftsvereinbarung wurde im Juli 2022 genehmigt. Im Zeitraum 2021-2027 wird Italien 75,3 Milliarden Euro in die Prioritäten der EU-Kohäsionspolitik investieren. In der Partnerschaftsvereinbarung wird beschrieben, welche Maßnahmen der Mitgliedstaat - gemäß den Prioritäten und der Aufteilung der Investitionen in seinem Hoheitsgebiet - beabsichtigt durchzuführen.
Europäische Strukturfonds
Die Europäischen Strukturfonds sind eine Reihe von Finanzinstrumenten, die von der Europäischen Union (EU) eingerichtet wurden, um die Mitgliedstaaten bei der Entwicklung und Modernisierung ihrer Volkswirtschaften zu unterstützen, Ungleichheiten zwischen den Regionen zu verringern und die soziale Eingliederung zu fördern.
Die Mission der Europäischen Strukturfonds besteht darin, die wirtschaftlichen und sozialen Ungleichheiten zwischen den Regionen der Europäischen Union (EU) zu verringern.
Die Vision der Europäischen Strukturfonds ist es, den wirtschaftlichen, sozialen und territorialen Zusammenhalt in der EU zu stärken. Hierzu werden Finanzmittel (Fonds) für Projekte bereitgestellt, die zur wirtschaftlichen Entwicklung, zur Schaffung von Arbeitsplätzen und zur Verbesserung der Lebensbedingungen in den Regionen, zur Bekämpfung des Klimawandels, zur Förderung von Innovationen und zur Unterstützung kleiner und mittlerer Unternehmen beitragen.
Regionale Entwicklungsstrategie 2021 – 2027
Dank der aktiven Beteiligung interner und externer Stakeholder wurde ein Dokument erstellt. Es bildet die Grundlage für die Nutzung der EU-Strukturfonds für die regionale Entwicklung in Südtirol. Es geht um den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und den Europäischen Sozialfonds Plus im Zeitraum 2021 - 2027. Dieses Dokument ist die regionale Entwicklungsstrategie 2021 - 2027 (Beschluss Nr. 441 vom 20.06.2020).
Das italienische Partnerschaftsabkommen sieht vor, dass Südtirol 396 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und dem Europäischen Sozialfonds Plus (ESF+) erhält. Diese Gesamtfinanzierung setzt sich zu 40 Prozent aus europäischen Mitteln, zu 42 Prozent aus staatlichen Mitteln (revolvierender Fonds) und zu 18 Prozent aus Mitteln der Autonomen Provinz Bozen zusammen. Das bedeutet, dass für jeden finanzierten Euro 40 Cent von der Europäischen Union, 42 Cent vom italienischen Staat und 18 Cent von der Autonomen Provinz Bozen - Südtirol bereitgestellt werden.
Der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) finanziert auch Programme für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit (Interreg) zwischen den Regionen und Staaten der EU mit zwei zusätzlichen Prioritäten: "Bessere Governance der Zusammenarbeit" und "Mehr Sicherheit in Europa". 91 Millionen Euro werden für Kooperationsprojekte zwischen Italien und Österreich (Interreg VI-A Italien-Österreich) und 102 Millionen Euro für Kooperationsprojekte zwischen Italien und der Schweiz (Interreg VI-A Italien-Schweiz) zur Verfügung stehen.
Wie Sie Zugang zu den Strukturfonds erhalten
Die Europäische Kommission und die zuständigen nationalen oder regionalen Behörden veröffentlichen in regelmäßigen Abständen Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen. Es gibt zwei Arten von Aufrufen: Aufforderung und Bekanntmachung.
Was ist der Unterschied zwischen Ausschreibungen und Aufrufe? Die Auftragsbekanntmachung (oder Ausschreibung) ist das Instrument, mit dem ein öffentlicher Auftraggeber, der einen öffentlichen Auftrag vergeben möchte, zur Einreichung von Angeboten auffordert. Die Aufrufe sind die Aufforderung zur Einreichung von Projekten (Aufruf zur Einreichung von Vorschlägen), die für eine ESF-Kofinanzierung im Rahmen der verschiedenen Prioritäten des ESF+-Programms 2021-2027 der Autonomen Provinz Bozen in Frage kommen.
Organisationen können sich bewerben und eine Finanzierung beantragen. Das Bewerbungsverfahren umfasst in der Regel die Einreichung eines detaillierten Projektvorschlags und den Nachweis, dass das Projekt die Finanzierungskriterien erfüllt. Jeder Fonds verfügt über unterschiedliche Antragsverfahren.
Sie wollen herausfinden wie Sie sich bewerben können? Besuchen Sie die Seite mit den Aufrufen zur Einreichung von Vorschlägen und suchen Sie jenen Aufruf, der am besten zu Ihnen passt. Dort finden Sie die nötigen Informationen darüber, wie Sie Ihr Projekt einreichen können.
Verwaltungsüberprüfungen
Die Programmplanung 2021-2027 ist stark ergebnisorientiert und erfordert einen stärkeren Einsatz von Verwaltungs- und Kontrollsystemen zur ordnungsgemäßen Haushaltsführung. Verwaltungsprüfungen sind Teil des Kontrollsystems. Das sind ordentliche Kontrollverfahren, um die ordnungsgemäße Durchführung der Verwaltungsverfahren sicherzustellen. Die Kontrolle erster Ebene, auch First Level Control genannt, ist bei der Verwaltungsbehörde angesiedelt. Die Kontrolle zweiter Ebene (Audit) wird von der Prüfbehörde durchgeführt.
Die Verwaltungsbehörde
Die Verwaltungsbehörde ist für die Verwaltung und Durchführung des operationellen Programms im Einklang mit dem Grundsatz der Wirtschaftlichkeit der Haushaltsführung verantwortlich. Sie kontrolliert das operationelle Programm durch eine angemessene Trennung der Rollen und Zuständigkeiten, um die Korrektheit, Ordnungsmäßigkeit und Rechtmäßigkeit der Durchführung der finanzierten Maßnahmen zu gewährleisten - auch in buchhalterischer und finanzieller Hinsicht.
Die Prüfbehörde
Die Prüfbehörde hat die Aufgabe, durch geeignete Kontrollen das ordnungsgemäße Funktionieren der Verwaltungs- und Kontrollsysteme des Programms zu überprüfen und deren Zuverlässigkeit zu gewährleisten.#
Unser Fokus
Die Abteilung Europa befasst sich insbesondere mit:
- Europäischer Fonds für regionale Entwicklung (EFRE)
- Europäischer Sozialfonds Plus (ESF+)
- Europäische territoriale Zusammenarbeit (Interreg)
- Nationaler Plan für Erholung und Widerstandsfähigkeit (PNRR)
- Entwicklungs- und Kohäsionsfonds (FSC)
- Kommunikation und Werbung (Europe Direct)
Bleiben Sie auf dem Laufenden
Letzte Aktualisierung: 30/07/2025